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Dr. med. Petra Zieriacks
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Elterninformationen zu Allergien


" Während der kleine Nachtalb auf seiner Fledermaus völlig geräuschlos über diesen Blumen-Irrgarten hinschwebte, konnte er auch allerlei seltenes Getier beobachten. Auf einer kleinen Lichtung zwischen Flieder und Goldregen spielte eine Gruppe junger Einhörner in der Abendsonne, und einmal war ihm sogar, als habe er unter einer blauen Riesenglockenblume den berühmten Vogel Phönix in seinem Nest erblickt, aber ganz sicher war er nicht , und umkehren und nachsehen wollte er auch nicht, um keine Zeit zu verlieren. Denn nun tauchte schon vor ihm in der Mitte des Labyrinths und in feenhaften Weiß schimmernd der Elfenbeinturm auf, das Herz Phantasiens und der Wohnort der Kindlichen Kaiserin."

Michael Ende, Die unendliche Geschichte

 

Wie werden Allergien diagnostiziert ?

Wenn bei Ihrem Kind eine Allergie vermutet wird , sind folgende Schritte zu einer sinnvollen Abklärung notwendig:

1. Die Krankengeschichte:
Die Anamnese ist der erste und wichtigste Schritt zur Diagnose. In vielen Fällen kann mit einer gründlichen Erhebung der Vorgeschichte bereits mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Diagnose vermutet werden.

2. körperliche Untersuchung
Im nächsten Schritt werden besonders jene Organe gründlich untersucht, welche von den Beschwerden betroffen sind.

3. Allergietestung
Bei der Allergietestung wird nach den möglichen Allergieauslösern (Allergenen ) gesucht. Es gibt verschieden Möglichkeiten, Allergieantikörper nachzuweisen:

  1. Hautteste: Bei einem Hauttest wird die Testsubstanz entweder auf die Haut gebracht ( Reibtest, Pflastertest) oder in die Haut eingebracht ( Pricktest, Scratchtest, Intrakutantest) Am geläufigsten ist der sogenannte Pricktest , den wir auch in unserer Praxis durchführen. Liegen Allergienantikörper vor, so reagiert die Haut entweder mit einer Erhebung, Rötung, Bläschen oder Knötchen.
  2. Blutuntersuchungen: Ist ein Hautest nicht möglich (z.B. Bei entzündeter Haut bei Neurodermitis oder mangelnder Mitarbeit beim jungen Kind ) kann im Blut nach allergieauslösenden Antikörpern gesucht werden .

Doch Achtung: Eine positive Reaktion im Allergietest beweist nicht automatisch das Vorliegen einer allergischen Erkrankung. Sie zeigt lediglich, dass das Immunsystem Kontakt mit der entsprechenden Substanz gehabt und Antikörper dagegen gebildet hat. Der Allergietest allein kann jedoch nichts darüber aussagen, ob diese Sensibilisierung auch wirklich Krankheitserscheinungen hervorruft.

4. Abschließende Bewertung und Besprechung
Die Bewertung aller erhobener Befunde liefert zum Schluss die Diagnose und damit die Grundlage für eine entsprechende Therapie.

Allergievorbeugung

Die Häufigkeit von Allergien und Asthma bei Kindern und Jugendlichen hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen.

Eine ungeheuer wichtige Aufgabe ist es daher, wirksame vorbeugende Strategien zu entwickeln und umzusetzen, um die Entstehung von Allergien und Asthma zu verhindern.

Welche Kinder sind allergiegefährdet?

Das Risiko eines Neugeborenen, an einer Allergie oder an Asthma zu erkranken, hängt stark von der Allergiebelastung in der Familie ab.
Ohne allergische Eltern oder Geschwister liegt dieses Risiko bei 5 bis 15 Prozent, bei zwei allergiekranken Elternteilen bei über 50 Prozent.
Zielgruppe der Allergievorbeugung sind daher vor allem Kinder, deren Eltern oder Geschwister an allergischen Erkrankungen leiden.

Wer sollte vorbeugen?
Auch wenn (noch) keine allergischen Erkrankungen in der Familie bekannt sind, besteht eine Allergierisiko. Möglichst alle Familien sollten daher die mit geringem Aufwand durchzuführenden Maßnahmen wie das Stillen oder die Schaffung einer von Tabakrauch freien Umgebung ergreifen. Risikofamilien, in denen die Eltern oder Geschwister bereits an allergischen Erkrankungen leiden, sollten möglichst alle unten aufgeführten Empfehlungen umsetzen.

Empfehlungen zur Allergievorbeugung ( Update 2009 )

 

·         Vier  Monate ausschließliches Stillen: Wichtig ist eine gute Stillanleitung bereits in der Geburtsklinik.  Das Neugeborene sollte möglichst früh (gleich nach der Geburt) und später häufig angelegt werden. Sollte die Milch in den ersten Tagen nicht richtig fließen, darf nur eine Traubenzuckerlösung und kein Kuhmilch- oder Sojapräparat zugefüttert werden.

 

·         Falls Stillen nicht möglich: Hydrolysatnahrung ( nach Absprache mit dem Kinder- und Jugendarzt ) in den ersten vier Monaten: In den Hydrolysatnahrungen ist das Kuhmilcheiweiß in kleinere Bausteine gespalten, die nicht mehr so stark allergieauslösend wirken.  Als Muttermilchersatz ungeeignet sind Ziegen-, Stuten-, oder Sojamilch

 

·         Eine mütterliche Diät und spezielle Meidung von Allergieauslösern ist in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht sinnvoll . Es gibt Hinweise, dass Fisch in der mütterlichen Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit einen vorbeugenden Effekt auf die Entwicklung allergischer Erkrankungen beim Kind hat.

 

·         Beikost  schrittweise einführen: Mit der Beikost sollte erst nach vier Monaten  begonnen werden. Schrittweise sollte nur ein Nahrungsmittel pro Woche  neu eingeführt werden Für einen vorbeugenden Effekt durch eine Verzögerung der Beikosteinführung über den vollendeten vierten Lebensmonat hinaus und die Meidung potenter Lebensmittelallergene im ersten Lebensjahr ( Ei, Milch, Nüsse ) gibt es keine Belege.  Es gibt Hinweise, dass Fischkonsum des Kindes im ersten Lebensjahr einen vorbeugenden Effekt auf die Entwicklung allergischer Erkrankungen hat.

 


              ·         Keine Tabakrauch - Belastung in und nach der Schwangerschaft : Tabakrauch beeinträchtigt das Lungenwachstum und erhöht das        Risiko für  Allergien, Bronchitis, Asthma und den plötzlichen Kindstod . Das Kind darf während und nach der Schwangerschaft keinem Tabakrauch ausgesetzt sein, vor allen soll die schwangere Mutter nicht rauchen.

 

·         Die Auswirkung der Haustierhaltung auf die Allergieentwicklung bei Risikokindern sind derzeit nicht eindeutig einzuschätzen. Bei Katzenhaltung überwiegen die Studien, die in der Haltung einen Risikofaktor sehen. Hundehaltung ist wahrscheinlich nicht mit einem höheren Allergierisiko verbunden.

 

·  Schimmel und Feuchtigkeit: Hohe Luftfeuchtigkeit und mangelnde Belüftung sollen zur Allergievorbeugung vermieden werden. http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/2199.pdf

 

·         Innenraumluftschadstoffe: Es wird empfohlen, die Exposition gegenüber Innenraumluftschadstoffen gering zu halten.

 

·         KFZ- Emission: Es wird empfohlen, die Expostion gegenüber Kraftfahrzeugbedingten Emissionen gering zu halten.

 

·         Empfohlene Schutzimpfungen durchführen: Mehrere große Untersuchungen haben gezeigt, dass Schutzimpfungen die Allergierate nicht erhöhen.

 

·         Körpergewicht: Die Verhinderung von Übergewicht wird auch aus Gründen der Allergieprävention empfohlen, da erhöhtes Körpergewicht insbesondere mit Atshma positiv assoziiert ist.

 

 

 

 

 

 

 

Hyposensibilisierung ? Ursachenbehandlung von Allergien

Was bedeutet Hyposensibilisierung ?

Die Hyposensibilisierung (auch spezifische Immuntherapie oder Allergieimpfung) ist eine der wirksamsten Behandlungsmethoden in der Allergologie. Bei einer Allergie reagiert das Abwehrsystem überschießend auf bestimmte Allergieauslöser ( Allergene ) . Mit der Hyposensibilisierung wird dem Körper wiederholt ein Allergieauslöser in steigender Dosierung zugeführt, bis diese überschießende Immunreaktion nicht mehr eintritt und das Abwehrsystem den Allergieauslöser toleriert.

Die Hyposensibilisierung setzt so bei den Ursachen der Allergieentstehung an.

Besonders erfolgversprechend ist die Hyposensibilisierung im Kindesalter:

  • Im Frühstadium der Erkrankung sind noch keine chronischen Veränderungen eingetreten, die nicht mehr rückgängig zu machen sind.
  • Das Abwehrsystem von Kindern ist noch besonders lernfähig.
  • Die Hyposensibilisierung wirkt am besten, wenn man nur auf eine und nicht bereits auf mehere Allergieauslöser allergisch reagiert.
  • Nach einer Hyposensibilisieung entstehen weniger neue Allergien, ein Heuschnupfen geht seltener in ein Asthma bronchiale über.

Die am häufigsten angewendete und wirksamste Form der Allergieimpfung ist die subkutane Hyposensibilisierung. Hierbei wird das Allergen unter die Haut gespritzt . Bei der oralen und sublingualen Hyposensibilisierung wird das Allergen eingenommen . Diese Behandlungsform ist deutlich weniger wirksam und wird daher nicht empfohlen.

Durchführung und Erfolg der Hyposensibilisierung Die Allergieimpfung wird von uns ab einem Alter von etwa sechs Jahren bei allergischem Schnupfen, bei allergischer Bindehautentzündung und bei allergischem Asthma bronchiale eingesetzt. Am häufigsten wird bei Pollenallergie hyposensibilisiert, Symptomverbesserungen sind in über 80 Prozent der Fälle zu erwarten.

Die Allergenlösung wird anfangs meist wöchentlich, später in der Regel monatlich unter die Haut gespritzt. Die Therapiedauer beträgt mindestens drei Jahre. Bei weitern Fragen zu diesem Thema können Sie uns gerne ansprechen!

Web-Adressen zur Allergologie:

http://www.gpaev.de/typo/Elternratgeber.93.0.html

http://www.pina-infoline.de/ Informationsseite für Eltern und Ärzte, viele Elternmaterialien

http://www.allum.de/ Informationsseite für Eltern und Ärzte, viele Elternmaterialien

http://www.allergieinfo.de/ Allergen-Datenbank


http://www.kinderklinik-luebeck.de/pina/fileadmin/documents/anaphylaxie-pass.pdf

http://www.kinderklinik-luebeck.de/pina/fileadmin/documents/anaphylaxie_notfallplan.pdf

http://www.kinderklinik-luebeck.de/pina/index.php?id=357

http://www.nahrungsmittelallergie-nrw.de/

http://www.gpau.de/
Letztes Änderungsdatum: 27.01.2016