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Dr. med. Petra Zieriacks
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Mehrsprachigkeit


Meggie blickte auf die Buchstaben schwarz und schön. Sie suchte den Geschmack der ersten Silben auf ihrer Zunge, versuchte sie sich vorzustellen, die Welt, von der die Wörter flüsterten, die Bäume, Vögel, den fremden Himmel... Und dann, mit klopfendem Herzen, begann sie zu lesen.

Tintenblut, Cornelia Funke

In vielen Ländern wachsen Kinder mehrsprachig auf. Auch in Deutschland gibt es viele Kinder, deren Muttersprache nicht die deutsche Sprache ist.

 

Meist erwerben die Kinder dann ohne Probleme beide Sprachen.

Von entscheidender Bedeutung ist jedoch das Umfeld, in dem Sprache eine wichtige Rolle spielt. Obwohl Kinder 1 ? 2 Jahre alt sind, wenn sie ihre ersten Wörter sprechen, so beginnt ihre sprachliche Entwicklung schon viel früher:

Kinder hören ihre Muttersprache(n) bereits im Mutterleib. Sie verstehen schon viel ? lange, bevor sie selbst sprechen können. Sie kommunizieren von Geburt an ? ohne Worte ? durch Laute, Gestik und Mimik.
Kinder, die die Chance haben, von Anfang an zwei oder mehr Sprachen zu erlernen , haben eindeutige Vorteile. Sie erlernen in der Regel diese Sprachen besser als in einem späteren Fremdsprachunterricht. Gleichzeitig muss das Kind mehr leisten, wenn zwei Sprachen erworben werden müssen.

Das bedeutet, dass das Kind auf ein umfassendes sprachliches Angebot sowohl in der Herkunftssprache (z.B. türkisch, griechisch, spanisch etc.) als auch in der Umgebungssprache (z.B. deutsch) angewiesen ist. Je früher ein Kind die Möglichkeit hat, sich mit beiden Sprachen auseinander zu setzen, desto besser sind die Chancen, diese Sprachen zu erlernen.


Die Muttersprache ist kein Hindernis für den Deutschlernprozess. Normalerweise lernt ein Kind in einer mehrsprachigen Umgebung eine andere Sprache ohne Mühe - und besser und vollkommener, als später in der Schule. Mehrsprachige Kinder gelten sogar als sprachgewandter.

 

RATSCHLÄGE FÜR DEN MEHRSPRACHIGEN SPRACHERWERB:

 

  • Sprechen die Eltern zwei Sprachen, sollte jeder Elternteil konsequent nur seine Sprache mit dem Kind sprechen, jene Sprache, in der er selbst aufgewachsen ist.

 

  • Sprechen beide Elternteile die gleiche Muttersprache, sollte in der Familie diese Sprache gesprochen werden. Das geschieht meist ganz natürlich. Beim Reden mit Babys zum Beispiel verfallen die meisten Menschen automatisch in ihre Muttersprache.

 

  • Bei Eltern, die unterschiedliche Muttersprachen sprechen, sollte man sich auf eine Familiensprache einigen, die am Tisch gesprochen wird. Damit wird erreicht, dass sich beim gemeinsamen Spiel alle gut verstehen und niemand ausgeschlossen wird. Es empfiehlt sich, jene Sprache als Familiensprache zu wählen, die nicht die Umgebungssprache ist: Weil in Deutschland die Kinder auf dem Spielplatz, in Kindergarten und Schule deutschsprachige Spielgefährten bekommen, kann eine Familiensprache, die sich nach dem fremdsprachigen Elternteil richtet, ein gutes Gegengewicht schaffen.

 

  • Wenn ein Kind zwei Sprachen gleichzeitig lernt, muss es beide in gleichem Maße hören und sprechen. Bei einer türkischen Mutter, die sich fast den ganzen Tag mit dem Kind beschäftigt, und einem deutschen Vater, der z.B. nur am Wochenende intensiver mit dem Kind sprechen kann, sorgen die deutschen Freunde des Kindes für die Ausgewogenheit. Ein regelmäßiger Kontakt mit deutschsprachigen Kindern z.B. im Kindergarten ist eine wichtige Voraussetzung für das Erlernen der deutschen Sprache.

 

  • Es ist sehr wichtig, dass ein Kind, das mehrsprachig aufwächst, ganz früh viele Sprachanlässe in der deutschen Sprache erlebt, damit es die Sprache gut kennenlernt ( Sprachrhythmus, Wortschatz, Satzbau, Aussprache,u.a. ), um in der Schule gut zurechtzukommen.

 

  • Dem Kind muss verständlich werden, dass beide Sprachen einen Nutzen hat. Ein Kind, das in Deutschland nur mit seiner Mutter spanisch spricht, erlebt erst im Urlaub in Spanien, dass die Familien dort, Oma, Opa und auch Kinder untereinander spanisch sprechen. Dann erkennt es plötzlich den Nutzen seiner zwei Sprachen und wird diese auch lieber sprechen.

 

  • Der gesellschaftliche Stellenwert einer Sprache trägt wesentlich dazu bei, ob diese Sprache öffentlich gerne vom Kind gesprochen wird. Hat das Kind den Eindruck, die Eltern wollen aufgrund von gesellschaftlicher Missachtung ihre Herkunft verstecken, dann werden die Kinder ihre Herkunftssprache ablehnen. Um Mehrsprachigkeit zu fördern, muss sie akzeptiert sein.

 

·        Nicht alle Kinder lernen die mehrere Sprachen ohne Probleme. Wenn das Kind Einschränkungen in beiden Sprachen hat, sollte ? in Absprache mit der Kinderärztin oder HNO-Ärztin ? eine logopädische Untersuchung erfolgen. Einschränkungen können die sprachlichen Bereiche wie Sprachverständnis, Aussprache, Wortschatz und oder Grammatik sein.

 

·        Empfehlungen zum Umgang mit sprachauffälligen Kindern entnehmen Sie unserem entsprechendem Informationsblatt.

 

Dieses Merkblatt wurde in Zusammenarbeit mit der Logopädin Dorothea Pfeiffer-Will erstellt.

 

Weitere Inforamtionen zu diesem Thema  ( auf albanisch, arabisch, deutsch, englisch, italienisch, kroatisch, polnisch, russisch, serbisch, spanisch und türkisch ) finden Sie unter dieser Adresse:

 

http://www.kinderaerztliche-praxis.de/merkblaetter

https://www.ph-heidelberg.de/sachse-steffi/professur-fuer-entwicklungspsychologie/elternfrageboegen-sbe-2-kt-sbe-3-kt/sbe-2-kt-fremdspr.htmlhttps://www.ph-heidelberg.de/sachse-steffi/professur-fuer-entwicklungspsychologie/elternfrageboegen-sbe-2-kt-sbe-3-kt/sbe-2-kt-fremdspr.html

 

http://www.dbl-ev/index.php?id=1152

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Letztes Änderungsdatum: 14.02.2017