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Dr. med. Petra Zieriacks
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Ernährung von Jugendlichen



Jugendliche wollen auf gar keinen Fall zu den Kindern gezählt werden, sind aber auch noch keine Erwachsenen.

Ihr Körper befindet sich mitten in Wachstum und hormoneller Umstellung.

Zu den körperlichen Veränderungen kommt die seelische und persönliche Entwicklung. Teeens rebellieren häufig und suchen nach einer Lebensweise, die sich von der der Erwachsenen unterscheidet. Das zeigt sich auch, wenn es um  Ernährung geht. Jugendliche haben oft eine eigene Esskultur, Fast Food gilt als cool. Wichtig ist für viele ein bestimmtes Schönheitsideal, dem insbesondere die Mädchen nachhungern. Nicht selten lehnen Teens plötzlich den Verzehr von Fleisch total ab.

Jedes dieser Extreme kann jedoch die Nährstoffversorgung aus dem Gleichgewicht bringen.

 

Besonderheiten des Nährstoffbedarfs in der Pubertät

Durch die Ansprüche, die Wachstum und Pubertät an den Körper stellen, ist eine ausgewogene Ernährung für Jugendliche besonders wichtig. Während der Bedarf an Eiweiß, Energie und Fett meist gut gedeckt wird, erreichen Jugendliche bei einigen Mikronährstoffen bei weitem nicht die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Zu diesen kritischen Nährstoffen zählen vor allem: Calcium, Magnesium, Jod und bei den Mädchen, Eisen.

Calcium- der Baustein für den Körper

Calcium ist für den Aufbau und die Stabilität der Knochen entscheidend. Für eine hohe Knochendichte bis ins hohe Alter ist es wichtig, dass in der Jugend viel Calcium in das Knochengewebe eingelagert wird. Nur so kann der Körper bis ins Alter davon zehren. Deswegen liegen auch die Empfehlungen für die Calciumzufuhr für Jugendliche mit 1200 mg pro Tag über denen für Erwachsene. Die besten Calciumquellen sind Milch und Milchprodukte. Auch einige Gemüsesorten wie Broccoli, Grünkohl und Lauch enthalten nennenswerte Calciummengen. Darüber hinaus können calciumreiche Mineralwässer (> 150 mg/l) zur Deckung des Bedarfs beitragen.

Magnesium - für Muskeln und Nerven

Magnesium ist wichtig für die Reizweiterleitung in Muskeln und Nerven. So äußert sich ein Magnesiummangel z.B. durch Muskelkrämpfe. Aber auch am Knochenstoffwechsel ist Magnesium mitbeteiligt. Gute Magnesiumlieferanten sind Vollkornprodukte, Milch und Milchprodukte, Geflügel sowie Kartoffeln. Die empfohlene Magnesiumzufuhr für Jugendliche lässt sich mit einer vielseitigen Ernährung erreichen.

Jod- das Spurenelement für die Schilddrüse

Jod wirkt als Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Diese regeln zum Beispiel so wichtige Funktionen wie das Wachstum, die Skelettreife und den Energiebedarf. Deutschland gilt nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation als Jodmangelgebiet. Deswegen ist es so wichtig, die ausreichende Jodzufuhr durch die gezielte Auswahl von Lebensmitteln sicherzustellen. Gute Jodquellen sind vor allem Fisch, aber auch Milch, Milchprodukte und Eier. Jodiertes Speisesalz und damit hergestellte Produkte wie Brot, Käse oder Wurst können außerdem einen wesentlichen Beitrag zur Jodversorgung leisten.

Eisen - Der Sauerstofftransporteur

Eisen ist als Bestandteil des Blutes essentiell für die Sauerstoffversorgung des ganzen Körpers. Ein Eisenmangel äußert sich zunächst durch Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Während die Eisenversorgung bei Jungen meist ausreichend ist, leiden viele weibliche Jugendliche unter einem leichten Mangel. Mädchen benötigen mit dem Einsetzen der Menstruation zusätzliches Eisen, um die monatlichen Verluste auszugleichen. Die besten Quellen für Eisen sind Fleisch und Fleischwaren. Nüsse und Pilze enthalten ebenfalls nenneswerte Mengen an Eisen. Aus pflanzlichen Lebensmitteln kann Eisen jedoch vom Körper nicht so gut verwertet werden wie aus tierischen Produkten.

Generation XXL

Fast jeder vierte Jugenliche zwischen 13 und 16 Jahren ist übergewichtig. Bei den weiblichen Teenagern sind es immerhin 18 Prozent. Besser als eine Crash-Diät hilft bei leichtem Übergewicht eine ausgewogenen Ernährung. Eine Kombination aus reichlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, ausreichend fettarmen Milchprodukten, Fleisch und mageren Wurstwaren sind der richtige Weg zum Normalgewicht.

Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung der Bewegung, denn nur beide Wege führen dauerhaft zur Wunschfigur: richtige Ernährung und regelmäßige Bewegung. Bei massivem Übergewicht sollte eine Gewichtsabnahme unter ärztlicher Kontrolle und in Zusammenarbeit mit einer kompetenten Ernährungsberatung durchgeführt werden.

Schlankheitsdiäten- Ein riskantes Hobby

Jedes fünfte Mädchen hat schon mindestens eine Schlankheitsdiät gemacht und rund sieben Prozent geben an, schon einmal Erbrechen als Weg zur Gewichtsabnahme genutzt zu haben. Aus diesen Verhaltensweisen können sich Essstörungen wie Anorexia nervosa ( Magersucht) oder Bulimie (Ess-Brechsucht) entwickeln, die auf jeden Fall sehr ernst genommen werden müssen. Das äußere Symptom der Magersucht ist unverkennbar das extrem niedrige Gewicht . Betroffene halten sich trotzdem häufig noch für viel zu dick und versuchen, ihr Gewicht durch extreme Diäten, häufig kombiniert mit rigorosem Ausdauertraining , zu senken. Eine fachkundige psychotherapeutische Ausbildung ist hier der einizge Ausweg.

Längst nicht so offensichtlich wie bei der Magersucht sind die Symptome der Bulimie. Das Gewicht der Betroffenen ist häufg normal oder leicht erhöht. Bei Bulimikerinnen wechseln sich Phasen des kontrollierten Essverhaltens mit Phasen des Kontrollverlustes ab. In den kontrollierten Phasen wird penibel auf den Kaloriengehalt der Lebensmittel geachtet. In Stresssituationen kommt es hingegen zu Fressanfällen, in denen bis zu mehreren Tausend Kalorien verzehrt werden. Um die Figur nicht zu gefährden, wird anschließend oft Erbrechen ausgelöst. Durch erbrochene Magensäure kann es zu Schäden an Gebiss, Speiseröhre und Magen kommen. DieserTeufelskreis aus Essanfällen und Erbrechen kann ohne psychologische Hilfe kaum durchbrochen werden.

Problemorgan Haut

Akne ist die häufigste Hauterkrankung bei Jugendlichen und führt oft zu einem hohen Leidensdruck. Sie entwickelt sich in der Pubertät in Folge der hormonellen Umstellung.

Immer wieder wird ein Zusammenhang zwischen Akneentstehung und Ernährung diskutiert. Pauschale Ratschläge, Lebensmittel wie Schokolade, Schweinefleisch, Käse oder Wurst vom Speiseplan zu streichen, helfen den Betroffenen nicht.

Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass einzelne Lebensmittel oder Nährstoffe zur Aknebildung führen. Auch die Warnung vor einer sogenannten Jodakne durch jodiertes Speisesalz ist unbegründet. Jod kann zwar zu akneartigen Hautveränderungen führen, aber erst in Mengen, die mit Lebensmitteln nicht zugeführt werden. Das Einzige, was bei schwerer Akne hilft, ist nicht derVerzicht auf Lebensmittel, sondern die Therapie durch den Hautarzt.

Geliebtes Fast Food

Fast Food hat bei Eltern einen schlechten Ruf. Es stimmt zwar, dass Burger Pommes, Currywurst,Pizza und Co. viel Fett und wenig Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe enthalten. Doch gibt es keinen Grund zur Sorge, wenn sich die Teens ab und zu mal Fast Food schmecken lassen. Entscheidender als die einzelne Mahlzeit ist die Tages- bzw. Wochenbilanz, d.h wenn die Ernährung ansonsten ausgeglichen ist, kommt es nicht so bald zu einem Vitaminmangel. Außerdem kann man den Nährstoffgehalt einer Fast-Food-Mahlzeit mit den richtigen Beilagen auch aufpeppen: Mit Salat und Saft wird aus einem Hamburger eine ganz ordentliche Mahlzeit.

Wenn Teenies "vom Fleisch fallen"

Viele Teenager hinterfragen kritisch die Verhaltensweisen der Elterngeneration. Manchimal äußert sich dies in einem Verzicht auf früher gern gegessene Lebensmittel wie z B. Fleisch und Wurstwaren oder aber auch auf legliche vom Tier stammende Lebensmittel. Eine streng vegetarische Ernährungsweise ohne Milch, Fleisch und Eier wird dem wachsenden Organismus jedoch nicht gerecht. Tierische Produkte sind die besten Quellen für die bei Jugendlichen kritischen Mineralstoffe sowie für die Vitamine B 1, B2 und B 12. Der Eisenbedarf, besonders von weiblichen Jugendlichen, lässt sich ohne tierische Lebensmittel praktisch nicht decken. Die Sympathie fürTiere sollte daher auf keinen Fall dazu verleiten, eigene gesundheitliche Nachteile in Kauf zu nehmen. Die Liebe zur Natur sollte besser zu mehr Aufmerksamkeit auf einem anderen Gebiet führen

Regionale und saisonale Lebensmittel schützen die Umwelt


Umweltschutz ist ein Bereich, in dem Jugendliche häufig sehr engagiert sind. Was dabei oft übersehen wird: Auch die tägliche Ernährung kann dazu einen Beitrag leisten. Weil die Wege vom Hof bis zurVerkaufstheke kurz sind, schonen regionale und saisonale Angebote die Umwelt. Obst und Gemüse aus der Region kann außerdem reif geerntet werden und enthält daher die ganze Fülle an Vitaminen und weiteren bioaktiven Substanzen.

 Bewusst den Kreislauf der Jahreszeiten wahrzunehmen und auf dem Speiseplan zu genießen, macht übrigens allen Naturliebhabern Freude - egal ob jung oder alt.

Letztes Änderungsdatum: 27.01.2016