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Dr. med. Petra Zieriacks
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Ohrensausen

 

Laute Musik gehört für viele junge Leute zum Alltag. Dabei erreichen die Schallpegel von MP3-Player und Co. häufig dieWerte von Presslufthämmern oder Kreissägen.

Das Problem: Dauerlärm bedeutet für die Ohren großen Stress.Wer ständig voll aufdreht und dem Gehör keine Auszeit gönnt, muss früher oder später mit einem Gehörschaden rechnen.


Diagnose Gehörschaden

Ohrgeräusche nach einer lauten Musikveranstaltung sind keine Seltenheit. Nach der Disco oder dem Rockfestival pfeift es manchmal in den Ohren, es klingelt, rauscht, zischt, dröhnt. Nach einigen Stunden ist der Spuk in der Regel vorbei. Aber nicht immer.

Das Pfeifen im Ohr kann nämlich als Folge zu hoher Lärmbelastung zum quälenden Dauerton werden. Anhaltende Ohrgeräusche, die nicht von einer äußeren Geräuschquelle kommen, die man also nur selbst hört, bezeichnet man in der Fachsprache als Tinnitus.

Wenn die Geräusche nicht mehr verschwinden,kann das für Betroffene sehr belastend sein

Dauerlärm ist enormer Stress fürs Gehör. Über Jahre hinweg zu viel Geräuschkulisse, kann Lärmschwerhörigkeit verursachen. Denn hohe Schallpegel greifen die Sinneszellen (Haarzellen) im Gehör an, die mit sehr feinen Härchen ausgestattet sind. Eine hohe Lärmbelastung drückt die Härchen nieder, sie können knicken und beschädigt werden. Genehmigt man den Ohren nach hoher Lärmbelastung ausreichend Ruhe, erholen sie sich normalerweise. Geht der Lärm jedoch nonstop weiter, regenerieren sich die angegriffenen Zellen immer langsamer. Die Härchen verkleben, werden schlapp und sterben ab. Je mehr Haarzellen kaputt gehen, desto mangelhafter deutet das Gehirn die ankommenden Signale, ein Prozess, der schleichend und fast unbemerkt verläuft. Zu Beginn dieses Prozesses nehmen die Betroffenen Sprache, Musik und Umgebungsgeräusche dumpfer, verwaschener und deutlich leiser wahr als zuvor. Später verstehen sie ganze Satzteile nicht mehr. Sprache und Hintergrundgeräusche vermischen sich, es wird zunehmend schwieriger zu kommunizieren oder die geliebte Musik zu genießen.

Wermeint, Lärmschwerhörigkeit sei kein Thema für Junge, irrt sich. Bereits knapp ein Drittel aller 20-Jährigen hierzulande leidet unter Hörverlust (Quelle: Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/348/). Und vieles weist darauf hin, dass das Problem mit der Gewöhnung an hohe Dauerlärmpegel in der Freizeit zusammenhängt. Fest steht, Lärmschwerhörigkeit ist nicht heilbar. Die Schäden lassen sich außerdem nur sehr unvollkommen mit Hörgeräten oder elektronischen Hör-Implantaten mildern. Für Betroffene bedeutet das in der Regel einen hohen Verlust an Lebensqualität.

Auch eine plötzliche und sehr starke Lärmeinwirkung (Impulsschall) kann das Gehör dauerhaft schädigen. Bei Geräuschen, die sehr schnell einen hohen Schallpegel erreichen und extrem kurz sind, wirkt in einem sehr kurzen Zeitraum eine enorme Energie auf das Ohr ein. Die Schallpegel sind erschreckend hoch:

Pistolenschuss direkt am Ohr 130 bis 175 dB(A),Trillerpfeife 130 dB(A).

Beimso genannten Knalltrauma kann es zu Schäden des Trommelfells, des Mittel- und des Innenohrs kommen. Wichtig: Ein Knalltrauma muss sofort von einem Arzt behandelt werden.

Kein Sensor für Lärmgefahr

Obwohl die Schallpegel von Disco, Technopartys,Rockkonzerten oder Motorsportveranstaltungen in die Nähe der Schmerzgrenze reichen können, hält dieser Lärm Menschen nicht davon ab, solche Veranstaltungen zu besuchen. Er wird nämlich nicht als unangenehm empfunden. Krach kann Spaß machen und mit positiven Erlebnissen einhergehen. Das ist tückisch, denn der Mensch hat zwar ein gutes Lautstärkeempfinden, jedoch kein Empfinden für die Gefahr, die laute Geräusche mit sich bringen. Die Evolution hat leider kein Warnsystem für schädliche Lärmbelastung hervorgebracht.Für das Ausmaß von Gehörschäden durch Lärmist unter anderem der Wert der Schallintensität entscheidend.

Schall entsteht, wenn eine Schallquelle, zum Beispiel eine Kirchenglocke, die umgebende Luft in Schwingung versetzt. Was man dann hört, sind Schallwellen, die das Ohr durch die Luft erreichen. Durch die Luftschwingungen, die eine Schallquelle auslöst, entstehen Luftdruckschwankungen, der so genannte Schalldruck. Seine Höhe, den Schalldruckpegel, kann man messen. Er wird in der Regel in der Einheit Dezibel(A), kurz dB(A) angegeben. Beispiele: absolute Stille 0 dB(A), Vogelgezwitscher, Blätterrauschen 20 dB(A),normales Gespräch 60 dB(A), Hauptverkehrsstraße 80 dB(A), Vorbeifahrt eines ICE 90 dB(A), Presslufthammer 100 dB(A), laute Disco 110 dB(A), Flugzeugstart 140 dB(A). Die Schmerzgrenze liegt bei 120 dB(A). Das Besondere der Dezibelskala: Sie verläuft nicht linear, sondern logarithmisch. Jede Verdoppelung der Schallstärke entspricht einer Schallpegelzunahme um 3 dB(A). Jeder Anstieg des Lärmpegels um drei dB(A) heißt Verdoppelung der Gehörgefährdung.

Dabei ist zu beachten: Die das Gehör schädigende Wirkung des Schalls ergibt sich nicht allein aus der Höhe des Schallpegels. Genauso wichtig ist die Dauer der Einwirkzeit. Liegt die Dauerlärmbelastung am Arbeitsplatz bei 88 dB(A), dann haben die Ohren schon nach vier Stunden den gleichen Stress wie nach acht Stunden mit 85 dB(A). Übertragen auf die Freizeit heißt das: Bei 100 dB(A) dürfte sich niemand länger als höchstens 15 Minuten pro Tag ohne Gehörschutz in einer Disco aufhalten.

Tipps gegen Lärmstress

  • Ohren sind im Dauereinsatz und bei Lärm nicht automatisch verschließbar. Deshalb sollte man sich vor Krach stets in Acht nehmen und sich keiner Dauerbelastung aussetzen. Zum vorbeugenden Schutz 80 dB(A) nicht überschreiten.
  • Besonders dröhnende Musik ist tückisch, weil ihre Lautstärke mit Spaß verbunden ist. Deshalb: Die Wahrnehmung schärfen, für die Gefahren sensibilisieren und rechtzeitig gegensteuern.
  • Radio, Fernseher, Stereoanlage, MP3-Player und Co.nicht voll aufdrehen. Bei der Neuanschaffung von Geräten über Lautstärkebegrenzungssysteme beratenlassen. Empfehlung für den MP3-Player: Nicht höher als 60 Prozent des Maximums einstellen und nicht länger als zirka 60 Minuten pro Tag benutzen.
  • Vorsicht mit Mini-Ohrhörern! Wenn Ohrhörer fast im Ohr verschwinden, leiten sie die Musik direkt in den Gehörgang und verstärken die Lärmbelastung.
  • Bei Partys, Konzerten, in der Disco oder bei Motorsportveranstaltungen Ohrenstöpsel benutzen und sich nicht zu nah an die Lautsprecherboxen stellen.
  • Nicht zu vergessen: Haushalts-, Garten- und Hobbygeräte. Beim Hantieren mit Heckenschere oder Kreissäge,beim Häckseln oder Motorsägen Gehörschutz tragen. Gibt es in jedem Baumarkt.
  • Nach Lärmeinwirkung müssen sich die Ohren erholen können. Wer Freitagnacht in der Disco verbracht hat, sollte das Gehör danach ausgiebig schonen. Als Faustregel wird empfohlen: Nach einer Belastungsphase den Ohren die doppelte Zeit an Ruhe gönnen.
  • Bei plötzlichen Ohrgeräuschen und Hörproblemen jeder Art umgehend einen Arzt ? das kann auch der Betriebsarzt sein ? aufsuchen. Wenn Tinnitus unverzüglich behandelt wird, bestehen gute Heilungschancen.
Letztes Änderungsdatum: 27.01.2016