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Dr. med. Petra Zieriacks
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Der Tiger Tigerlilli


Hi! Ich bin´s Lisa. Mein Vater besitzt einen Zoo. Aber nur einen kleinen.

Am Anfang dachte ich ja immer, das sei Tierquälerei, aber jetzt weiß ich es

besser: Der Zoo ist nicht nur dazu da, dass wilde Tiere gefangen gehalten

werden und alle Leute sie angucken können, sondern auch weil viele Tiere

vom Aussterben bedroht sind.

Der Schimpanse, der große Ameisenbär und eben der Königstiger zum

Beispiel. Diesen Tieren will der Zoo helfen. Wir bekommen Tiere (vor

allem eben Tiere der roten Liste) geliefert. Wir haben sogar ein eigenes

Safari- Team, das wilde Tiere wieder freilässt. Leider kommt es sehr selten

zum Einsatz, denn wir haben eben doch nur einen kleinen Zoo. Außerdem

muss man ja erst mal genügend Tiere dieser Art haben, und das betreffende

Tier lang, aufwändig und gut auf die Wildnis vorbereiten, denn sonst nützt

der ganze Aufwand gar nichts und das Tier stirbt, womit der Natur auch

nicht geholfen ist.

Um die Tiere, die wir bekommen, kümmern wir uns dann. In erster Linie

versuchen wir natürlich eine artgerechte Haltung mit möglichst natürlicher

Umgebung und großem Freigehege auf die Beine zu stellen. Aber es bleibt

eben immer, auch bei ewiger Anstrengung, ein gewaltiger Unterschied

zwischen der Natur und dem Zoo. Nun wollen wir aber ja verhindern, dass

diese Tiere aussterben. Daher versuchen wir die Tiere zu paaren. Das klingt

zwar einfach, ist es aber gar nicht, denn nicht jedes Tier lässt sich mit jedem

Tier paaren. Es gehört immer ein bisschen Glück, viel Geduld und eine

Menge Tierwissen dazu.

Mein Lieblingstier ist der Tiger Tigerlilli, der im Raubtierhaus wohnt, doch

halt, ich bin schon mitten drin in der Geschichte. Also, schön von vorn und

der Reihe nach.

Eines Tages, es war der letzte Schultag vor den großen Ferien, saßen wir

alle (mit ?wir alle? sind Mama und Papa, mein großer, nerviger Bruder Kai,

der gerade 14 geworden ist, und ich gemeint) im Schlafanzug am

Frühstückstisch und aßen, als das Telefon klingelte. Ich und Kai sprangen

gleichzeitig auf, um es zu holen. Doch ich war schneller beim Telefon als

er, da Kai erst einmal um den ganzen Tisch herumlaufen musste.

Triumphierend kam ich mit dem Telefon zurück und grinste Kai frech an. Er

zog eine Grimasse, während ich Papa das Telefon gab und mich zurück in

den Stuhl plumpsen ließ.

?Hier Thomas Kurz?, meldete er sich, und stellte das Telefon auf laut, damit

wir alle mithören konnten. ?Hallo?, sagte eine hörbar aufgeregte Stimme.

?Hier spricht der Tierpfleger Herrmann. Ich bin die ganze Nacht bei der

Tigerdame Katze gewesen, wegen den Tigerbabys. Sie sind da! Der Tierarzt

meint, sie sind gesund! Komm bitte schnell!?

?Wirklich? Das ist ja super! Die ersten Tigerbabys in diesem Zoo! Das ist

ein echter Erfolg! Ich komme sofort! Bis dann!? ?Ja, ich bin ganz deiner

Meinung! Tschüs!?

?Die Tigerbabys ist da?!? Fragte ich kaum hatte er aufgelegt.

?Ja! Und wenn ihr euch beeilt, nehme ich euch mit in den Zoo?, sagte Papa,

selbst ganz aus dem Häuschen.

Und wie wir uns beeilten! Ich glaube ich habe mich noch nie so schnell

angezogen, als mir plötzlich einfiel, dass wir ja noch Schule hatten! ?Papa?,

schrie ich durchs ganze Haus. ?Was ist mit der Schule??

?Am letzten Schultag lernt man doch eh nichts mehr. Mama schreibt euch

eine Entschuldigung.? Da freute ich mich noch mehr, denn wann darf man

schon so ganz ohne Krankheit Schule schwänzen? Schließlich stiegen Papa,

Kai und ich ins Auto. Mama wollte zu Hause bleiben und bügeln. Ein

armseliges Leben so als Mutter. Den ganzen Tag nichts als Arbeit. Das ist

der Grund, warum ich noch nicht genau weis, ob ich mal Kinder haben

möchte.

Papa fuhr viel zu schnell. Das war ein Zeichen dafür, dass er aufgeregt war.

Bei Dunkelgelb raste er unter einer Ampel durch. ?Papa, wenn du so weiter

fährst, und man dich blitzt, bist du deinen Führerschein los?, sagte Kai und

kaute nervös auf seinen Fingernägeln herum. Das tat er sonst schon lange

nicht mehr.

Als wir endlich, nach Stunden, so kam es mir vor, im Zoo vor dem

Raubtierhaus standen, hörten wir aufgeregtes Getuschel. Papa fuhr sich

durch´s Haar, atmete tief durch, rückte sich die Krawatte zurecht, und trat

ein. Kai und ich kamen etwas langsamer hinterher. Wir mussten kaum fünf

Schritte machen, da sahen wir sie schon: vier kleine Tiger. Sie hatten ein

kuscheliges Fell, das schon gestreift war. Die Tür in dem Gitter, das die

Absperrung zwischen den Käfigen der Raubtiere und dem Gang bildete, auf

dem tagein, tagaus die Zoobesucher entlang spazierten und die Tiere

anglotzten, war nur angelehnt, und ehe Papa uns aufhalten konnte,

schlüpften Kai und ich durch die Tür. Drinnen waren einige Tierpfleger,

unter anderem auch Tierpfleger Herrmann, der uns die frohe Botschaft

gebracht hatte, und der Tierarzt. ?Guten Tag, Herr Kurz. Die Tigerbabys

sind alle gesund. Gerade habe ich Katze untersucht. Auch sie ist wohlauf.?

Papa begutachtete die Kleinen und folgte schließlich dem Tierarzt und zwei

weiteren Tierpflegern ins Büro. Jetzt waren nur noch Kai, Tierpfleger

Herrmann und ich im Raubtierhaus. Wir konnten die Tiger, die, wie mir erst

jetzt auffiel, in einen extra Käfig gebracht worden waren, streicheln und mit

ihnen spielen wie mit jungen Katzen, da die stolze Mutter Katze noch von

der Narkose und von der Untersuchung betäubt war. ?Wenn ihr wollt, könnt

ihr ihnen Namen geben?, sagte Tierpfleger Herrmann. ?Sonst tut es ja

keiner, und es heißt ja, dass Kinder soviel Fantasie haben.? ?Au ja!?, riefen

wir wie aus einem Munde. ?Der große da, der die ganze Zeit herum brummt

soll Darth Vader heißen!?, brüllte Kai vor Begeisterung.

?Auf so eine dumme Idee kannst auch nur du kommen?, meinte ich

vorwurfsvoll. ?Außerdem ist das ein Mädchen?, brummte Tierpfleger

Herrmann und musste grinsen. ?Dann soll sie Tigerlilli heißen?, sagte ich

bestimmt. ?Na, gut?, gab Kai nach. ?Aber ein Junge soll Darth Vader

heißen!? So gaben wir allen Tigerbabys Namen. Am Ende hießen sie (es

waren übrigens drei Männchen und ein Weibchen): Tigerlilli, Harry Potter,

Darth Vader und Kater (Kommentar von Kai zu diesem Namen: ?Wie

langweilig, so was können sich auch nur Mädchen wie du ausdenken!?).

Mein Lieblingstiger ist seitdem Tigerlilli. Und ich bin die einzige, von der

sie sich widerstandslos streicheln lässt.

Anja Popp

11 Jahre alt, aus Aalen in Deutschland. Ihre Hobbys: Sport, Lesen und Freundinnen

treffen

Letztes Änderungsdatum: 23.01.2015