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Dr. med. Petra Zieriacks
Kinderheilkunde und Jugendmedizin
Naturheilverfahren
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kinder-und jugendgynäkologische
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51465 Bergisch Gladbach

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hormonwirksame Substanzen, endokrine Disruptoren

 

PATIENTINFORMATION

Hormonwirksame Substanzen

Was ist das und warum sollte ich diese für mein Kind vermeiden?

Hormone sind Botenstoffe, die Funktionen in unserem Körper steuern. Sie sind verantwortlich

für das Wachstum und die Entwicklung aller Organe in allen Lebensphasen -vom Ungeborenen

bis zum erwachsenen Menschen. Schwangerschaft, Säuglingszeit, Kindheit und Pubertät sind

dabei Phasen des Lebens, die besonders anfällig sind für Störungen.

Hormonwirksame Substanzen, in der Fachsprache endokrine Disruptoren (EDC) genannt, sind Stoffe in der Umwelt, die im Körper wie Hormone wirken. Die Expositon gegenüber von EDC wird nach dem Klimawandel von der Weltgesundheitsorganisation als zweitgrößte Bedrohung unserer Lebensbedingungen erachtet.

Sie stören die Wirkung körpereigener Hormone wie Schilddrüsenhormon, Stresshormone, Wachstumshormon, Geschlechtshormone und andere. Dies kann zu vielfältigen Entwicklungsstörungen aller Organe führen und im späteren Leben zu schwerer Erkrankung.

Zu den Störungen, die mit der Wirkung von EDC in Zusammen­ hang gebracht werden, zählen unter anderem Entwicklungsstörungen, Autismus und ADHS sowie Störungen von Wachstum, Pubertät und Fruchtbarkeit. Weiter können Übergewicht, Fettleibigkeit, Zuckerkrankheit und bestimmte Form von Krebserkrankungen ausgelöst werden.

Einige der durch EDC hervorgerufenen Veränderungen können sogar auf die nächste Generation vererbt werden. Kommt es zu Störungen, entwickelt sich die Erkrankung häufig erst Jahre und Jahrzehnte, nachdem der Patient in Kontakt gekommen ist mit der störenden Substanz. So kann die Wirkung von EDC auf das Ungeborene, den Säugling, das Kleinkind Veränderungen bewirken, die nicht nur die geistige Entwicklung in dieser Lebensphase, das Wachstum, den Stoffwechsel und die Pubertät beeinträchtigen, sondern auch im Erwachsenenalter die Fruchtbarkeit vermindern und eine Krebserkrankung auslosen.

Daher ist es sinnvoll, dass Ihr Kind diesen Stoffen so wenig wie möglich ausgesetzt wird. Die fraglichen Substanzen befinden sich manchmal in der Luft, der Nahrung, im Trinkwasser, in Pflegeprodukten und Alltagsgegenständen. Glücklicherweise gibt es Vieles, was Sie tun können, um das Risiko langfristiger gesundheitlicher Schäden für Ihr Kind und auch Sie selbst zu verringern:

 
Flaschen, Becher, Teller und Co

Bevorzugen Sie kunststofffreie Küchenutensilien:

Glas, Edelstahl und Porzellan sind gute Alternativen, die frei sind von endokrinen Disruptoren.

Nahrungsmittel

Bevorzugen Sie Glasbehälter und Frlschgekochtes gegenüber Fertiggerichten.

Für Babys, Kinder und Jugendliche sollten nur Bionahrungsmittel verwendet werden, die inzwischen im Supermarkt zu Preisen zu bekommen sind, die sich nur unwesentlich von konventionell angebauten Gemüse unterscheiden.

Werden gelegenlich Fertiggerichte verwendet, sollte darauf geachtet werden, dass keine Zusatzstoffe aus der Parabenfamililie (Kennzeichnung E 214, E 215, E 208, E 219) enthalten sind.

Scharf Gebratenes und Frittiertes sollte auf dem Speiseplan von Kindern die Ausnahme sein.

Fische: kleine Fische, die weit unten in der Nahrungskette stehen, sind weniger stark     schwermetallbelastet als große Fische, ebenso Fisch aus Bio-Aquakultur.

Vermeiden Sie Plastikbehälter und – verpackungen für Nahrungsmittel, besonders verkratzte Oberflächen erhöhen die Freisetzung von Weichmachern signifikant.

Vermeiden Sie Konserven- und Getränkedosen.  Einmalverpackungen sollten nicht wiederverwendet werden. Plastik sollte nicht in der Mikrowelle erhitzt oder im Geschirrspüler gereinigt werden.

Koch- und Essgeschirre, Lebensmittelaufbewahrung

Gute, von EDC  freie Alternativen zu beschichteten Kochgeschirren sind Eisenpfannen, Edelstahlpfannen und -töpfe, Kochgefaße mit reiner Keramikbeschichtungen, emaillierte Kochgeschirre und Backformen sowie Glasgefäße für die Mikrowelle.

Für das Essgeschirr gilt auch:

Glas, Porzellan, Emaillegeschirr sind gesund, solange die Lasur nicht schädliche Farben enthält. Das gleiche gilt für die Aufbewahrung von Nahrung/ Nahrungsresten.

Für den Kindergarten und die Schule ist eine Edelstahltrinkflasche und eine ebensolche Brotdose eine schöne, haltbare und gesunde Alternative zur Plastikflasche.

Spielzeug

Belastung von Spielzeug ist vor allem auch deshalb kritisch, weil Kinder alles in den Mund nehmen und der Speichel die Freisetzung der schädlichen Stoffe fördert.

Die Farben und Lacke auf dem Spielzeug müssen ungiftig und für Kinder bestimmt sein.

Wenn ein Verzicht auf Plastikspielzeug nicht möglich ist, sollte zumindestens darauf geachtet werden, dass nur in Europa und von seriösen Herstellern produziertes Spielzeug verwendet wird, das den EU- Richtlinien entspricht. In der EU ist der Einsatz bestimmter Stoffe in Produkten für Babys und Kinder reguliert.

Vermieden werden sollten: Spielzeug, das stark riecht sowie Spielzeug aus Weichplastik.

Belastung durch Substanzen In Staub, Farbe, Bodenbelägen, Möbeln und Matratzen

Schwangere, Säuglinge oder kleine Kinder sollten bei Renovierungen nicht anwesend sein. Lüften Sie die Wohnung danach gut durch. Saugen Sie unter Verwendung eines HEPA Filters.

Im Gegensatz zu Teppich sind glatte Böden aus Massivholz, Fliesen, Kork oder echtem Linoleum nicht flammschutz-behandelt.

Farben und Lacke auf Wasserbasis (lösungsmittelfrei) setzen weniger Schadstoffe frei als lösungsmittelhaltige. Nutzen Sie Farben mit Umweltzeichen.

Die Ausstattung des Baby- und Kinderbetts sollte in Europa produziert worden sein und dennoch

ist es ratsam Matratzen vor dem ersten Gebrauch gründlich auszulüften.

Pflegeprodukte, Kosmetika und Co

Bevorzugen Sie bei Pflege- und Hygieneprodukten solche mit Umweltzeichen, zum Beispiel dem EU Ecolabel.

Produkte, die Parabene, Triclosan und Chemikalien mit ,,Fluor" oder „PTFE“ im.Namen·enthalten, sollten Sie meiden. Auch Windeln können mit schädlichen Chemilkalien belastet sein.

Wenn machbar, verwenden Sie waschbare Windeln aus Bio Baumwolle. Das ist nicht nur 'im Hinblick auf EDC sinnvoll, es spart auch Platz in der Mülltonne!

Falls herkömmliche Einmalwindeln verwendet werden  sollen, achten sie auf das Umweltzeichen, das strengere Chemikaliengrenzwerte voraussetzt.  Windeln  mit dem EU Ecolabel sind  duftstofffrei und die verwendete Baumwolle stammt  aus biologischem Anbau. Auch  die Grenzwerte für Formaldehyd  und einige Phthalate sind streng.  Außerdem dürfen Farben, die auch belastet sein  können, nicht in Bereichen sein,  die mit der Haut des Baby s  in  Berührung kommen.

Kinderkleidung

Bevorzugen Sie Kleidungsstücke, die „PFAS-frei“/ „PFC-frei“ gekennzeichnet ist. Das Gleiche  gilt für Wasch- und  Sprühimprägnierung für Schuhe und Kleidung.

 Kassenbons und schädliche  Chemikalien

Thermopapier enthält ebenfalls BPA in der Beschichtung. Wenn Sie den Beleg nicht brauchen, nehmen Sie diesen nicht mit.

Vor allen aber ist der Kassenbon kein Kinderspielzeug.  Auch bei uns gibt es zunehmend die blaugrauen Bons.  Diese sind  ungefährlich, da sie mit einer Wachsschicht rein physikalisch, nicht chemisch arbeiten.



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Letztes Änderungsdatum: 25.10.2022